Der Klimawandel ist im Kreis Pinneberg bereits spürbar: Die Zunahme von Hitzetagen mit über 30 Grad, Starkregen, Überschwemmungen und Trockenperioden stellt Menschen, Natur, Infrastruktur und Wirtschaft vor neue Herausforderungen.
Vor diesem Hintergrund hat der Kreis gemeinsam mit Zentrum für Energie, Bauen, Architektur und Umwelt GmbH, rabe landschaften und GEO-NET Umweltconsulting GmbH ein Klimaanpassungskonzept für die eigenen Zuständigkeiten erstellt. Daran beteiligt waren außerdem die Fachdienste und Stabsstellen der Kreisverwaltung, die Ämter, Städte und Gemeinden sowie zahleiche weitere Fachakteurinnen des Kreises.
Mit dem Klimaanpassungskonzept wurde eine Entscheidungsgrundlage und Planungshilfe für zukünftige Anpassungsaktivitäten im Kreis Pinneberg erstellt. Grundlage waren unter anderem Fachgespräche, eine kommunale Befragung, Workshops sowie wissenschaftliche Daten und Untersuchungen. Es zeigt auf, vor welchen Herausforderungen der Kreis steht, welche Potenziale zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels und für den Natürlichen Klimaschutz bestehen und wie diese genutzt werden können.
Das Leitbild des Kreises Pinneberg folgt dem Grundsatz „Vorsorge ist besser als Nachsorge“. Klimaanpassung soll dauerhaft in Verwaltungshandeln und Planung integriert werden. Das Konzept verfolgt dabei drei zentrale Ziele:
Die Kreisverwaltung übernimmt dabei unterschiedliche Rollen: Sie setzt Maßnahmen auf eigenen Flächen und Gebäuden um, koordiniert kreisweite Prozesse, berät Kommunen und unterstützt die Vernetzung relevanter Akteurinnen und Akteure.
Aus den Untersuchungen und dem Beteiligungsprozess wurden 25 konkrete Maßnahmen entwickelt. Sie reichen von der klimaangepassten Stadt- und Bauleitplanung über den Hitzeschutz bis hin zu Maßnahmen für Wasserhaushalt, Landwirtschaft, Infrastruktur und Natur.
Mit dem Beschluss des Kreistags beginnt die schrittweise Umsetzung des Klimaanpassungskonzepts. Die Maßnahmen sind auf einen Zeitraum von zehn Jahren angelegt und werden regelmäßig überprüft. Ein jährliches Controlling dokumentiert den Umsetzungsstand, während alle vier Jahre ein Monitoringbericht die Fortschritte mit der Entwicklung der klimatischen Bedingungen im Kreis abgleicht.
Das Klimaanpassungskonzept ist damit kein einmaliges Projekt, sondern eine langfristige Grundlage für die Anpassung des Kreises an sich verändernde klimatische Bedingungen.

Klimamodellierung für den Kreis Pinneberg
Im Rahmen der Erstellung des Klimaanpassungskonzeptes wurde eine Klimamodellierung für den Kreis Pinneberg erstellt. Sie zeigt, wie sich Wärme, Kaltluft und Luftströmungen im Kreisgebiet räumlich verteilen. Sie bietet Bürger*innen, Kommunen sowie Planer*innen eine erste Einschätzung zur klimatischen Situation vor Ort und kann dabei helfen, Bereiche mit besonderer Hitzebelastung sowie wichtige Kaltluftentstehungs- und -leitbahnen zu erkennen.
Bei der Modellierung werden verschiedene Daten, wie zum Beispiel die Bebauungsstruktur, Oberflächenbeschaffenheit, Vegetation und Topografie, miteinander kombiniert. So entsteht ein detailliertes Bild des lokalen Klimas in einer räumlichen Auflösung von 5 x 5 Metern.
Das Vorhaben „ANK-DAS-A.1: Erstellung eines Konzepts zur nachhaltigen Klimaanpassung und für Natürlichen Klimaschutz für den Kreis Pinneberg" wird im Rahmen der Förderrichtlinie "Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels" (DAS) und des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz (ANK) vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz gefördert. Das Förderkennzeichen bei der Projektträgerin ZUG (Zukunft - Umwelt - Gesellschaft) lautet 67DAAN0281. Projektlaufzeit: 01.04.2025 – 31.03.2027.
Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz
Mit dem Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz (ANK) leistet Deutschland einen entscheidenden Beitrag zur Verbesserung der allgemeinen Zustände unserer Ökosysteme und zur Stärkung ihrer Klimaschutzleistungen. Unter dem ANK werden verschiedene Maßnahmen gebündelt, die den Schutz von Klima und Natur verbinden. Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) koordiniert die Umsetzung von Fördermaßnahmen in Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnern wie Projektträgern, Förderbanken, Bundesländern und weiteren Fachinstitutionen.

Stabsstelle Klimaschutz, Nachhaltigkeit, Mobilität und Energie (019)
Klimaanpassungsmanagerin
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