Klimaanpassungskonzept des Kreises beschlossen


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Der Kreis Pinneberg stellt sich systematisch auf die Folgen des Klimawandels ein. Der Kreistag hat in seiner Sitzung am 23. September 2026 das Klimaanpassungskonzept des Kreises beschlossen. Es umfasst 25 Maßnahmen, mit denen der Kreis auf zunehmende Hitze, Starkregen und Trockenheit reagieren und die Widerstandsfähigkeit von Menschen, Natur, Infrastruktur und Wirtschaft stärken will.

„Klimaanpassung ist eine zentrale Zukunftsaufgabe. Wir müssen heute vorsorgen, um die Menschen, unsere natürlichen Lebensgrundlagen und unsere Infrastruktur bestmöglich vor den Folgen des Klimawandels zu schützen“, sagt Landrätin Elfi Heesch. „Mit dem Klimaanpassungskonzept haben wir eine fundierte Grundlage geschaffen, um Risiken frühzeitig zu erkennen, konkrete Maßnahmen auf den Weg zu bringen und gemeinsam mit den Ämtern, Städten und Gemeinden und vielen weiteren Partnerinnen und Partnern die Widerstandsfähigkeit unseres Kreises zu stärken. Dabei ist klar: Klimaschutz und Klimaanpassung gehören zusammen. Wir müssen die Ursachen des Klimawandels begrenzen, um die schlimmsten Folgen des Klimawandels zu verhindern. Zugleich müssen wir uns auf die Folgen vorbereiten, die bereits heute spürbar sind.“

Die Konzepterstellung wurde über eineinhalb Jahre von drei Fachbüros begleitet und mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) gefördert.

Die Analysen des Konzeptes zeigen, dass sich das Klima auch im Kreis Pinneberg bereits verändert. Die Jahresdurchschnittstemperatur ist im Vergleich der Zeiträume 1971–2000 und 1991–2020 um 0,8 Grad Celsius gestiegen. Gleichzeitig hat die Zahl der Sommer- (über 25 Grad) und heißen Tage (über 30 Grad) zugenommen. Auch Starkregenereignisse treten häufiger auf. Diese Entwicklungen werden sich nach den vorliegenden Klimaprojektionen weiter fortsetzen.

Besondere Herausforderungen ergeben sich im Kreis unter anderem aus der hohen Bevölkerungsdichte, stark versiegelten Siedlungsbereichen und zunehmenden Anforderungen an die Entwässerung. Gleichzeitig gilt es, natürliche Lebensräume und ihre wichtige Funktion für die Klimaanpassung zu erhalten und zu stärken.

Das Klimaanpassungskonzept bündelt 25 Maßnahmen aus unterschiedlichen Handlungsbereichen – von menschlicher Gesundheit und Wasser über Stadtentwicklung und Raumplanung bis hin zu Bevölkerungsschutz und natürlichen Lebensräumen. Die Maßnahmen wurden in einem umfangreichen Beteiligungsprozess gemeinsam mit Fachleuten, der Kreispolitik, den Fachbereichen der Kreisverwaltung sowie weiteren Akteurinnen und Akteuren entwickelt.

Im Mittelpunkt stehen unter anderem naturbasierte Lösungen. Dazu gehören beispielsweise grün-blaue Infrastrukturen (Verbindung von Grünflächen und Wasser), die Rückhaltung und Versickerung von Niederschlagswasser sowie der Erhalt und die Stärkung von Grün- und Freiflächen. Zu den vorgesehenen Maßnahmen gehören unter anderem die Unterstützung einer klimaangepassten Bauleitplanung, die klimaangepasste Entwicklung kreiseigener Liegenschaften, die Stärkung des Bevölkerungsschutzes sowie die Verbesserung der Eigenvorsorge der Bevölkerung. Auch die Themen Hitzeaktionsplanung, klimaangepasste Radwegesanierung, Wassermanagement und die Stärkung natürlicher Lebensräume sind Bestandteil des Maßnahmenkatalogs. 

Die Umsetzung liegt bei den zuständigen Fachdiensten und Stabsstellen der Kreisverwaltung. 

Ein erster konkreter Schritt der Umsetzung ist bereits erfolgt: Die im Rahmen des Klimaanpassungskonzepts erarbeitete Klimaanalyse steht im Geoportal des Kreises Pinneberg sowohl allen Ämtern, Städten und Gemeinden im Kreis als auch allen weiteren Interessierten zur Verfügung. Die Stadtklimamodellierung zeigt auf einer räumlich hoch aufgelösten Datengrundlage, wie sich Hitze und Luftbewegungen im Kreisgebiet verteilen. Die Ergebnisse können damit unter anderem für eine klimaangepasste Siedlungs- und Grünflächenentwicklung sowie für die Planung von Maßnahmen zum Hitzeschutz genutzt werden.

Aufgrund der Hitzebelastungen der vergangenen Monate will die Kreisverwaltung bei der Umsetzung des Konzepts zunächst einen besonderen Schwerpunkt auf die Hitzevorsorge legen. Ziel ist es, sich bereits mit Blick auf den Sommer 2027 besser auf Hitzeperioden vorzubereiten. Das Klimaanpassungskonzept sieht hierzu unter anderem die Erstellung einer Kühle-Orte-Karte und die Entwicklung eines Hitzeaktionsplans vor. Die entsprechenden Maßnahmen sollen nun schrittweise konkretisiert und umgesetzt werden.

Die Umsetzung des Klimaanpassungskonzepts ist auf einen Zeitraum von zehn Jahren angelegt. Der Fortschritt der Maßnahmen wird jährlich überprüft. Alle vier Jahre ist zudem vorgesehen, die Entwicklung des Klimas im Kreis mit den bisherigen Annahmen und Maßnahmen abzugleichen. So soll das Konzept kontinuierlich weiterentwickelt und an neue wissenschaftliche Erkenntnisse und veränderte Rahmenbedingungen angepasst werden.

„Der Beschluss des Kreistages ist ein wichtiger Meilenstein. Entscheidend ist jetzt, dass aus dem Konzept konkrete Verbesserungen für die Menschen im Kreis entstehen“, betont Klimaanpassungsmanagerin Nancy Kretschmann. „Unser Ziel ist ein Kreis Pinneberg, der auch unter veränderten klimatischen Bedingungen sicher, widerstandsfähig und lebenswert bleibt.“

Das beschlossene Klimaanpassungskonzept finden Sie hier.


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