So einfach ist Klimaschutz

Für Hauseigentümer

Die Grundstückseigentümer vom kleinen Reihenhaus bis zum Mehrfamilienhaus haben den Schalthebel in der Hand: Denn die baulichen Aspekte sowie die Zusatzausstattung eines Hauses entscheiden neben dem persönlichen Verhalten der Bewohner, wie viel Energie verbraucht wird und wie "wertvoll" der Beitrag zum Klimaschutz ausfällt.
Wärmedämmung, Heiztechnik sowie die eigene Energiegewinnung "vor Ort" sind Themen, die für Hausbesitzer interessant sind - nicht nur aus dem Klimaschutzaspekt heraus, sondern auch unter Kostengesichtspunkten, denn Energie (egal ob Strom, Gas oder Öl) hat sich in der jüngsten Vergangenheit sprunghaft verteuert. Um Ihnen den Einstieg zu erleichtern, haben wir Ihnen die folgenden Informationen zusammengestellt. Sie müssen zunächst nur entscheiden, was Sie am meisten interessiert.

Energiesparen kann jeder 

Aber auch jeder Mieter hat viele kleine Schalthebel in der Hand um Energie zu sparen und so einen Beitrag zum Klimaschutz leisten

Haushaltsgeräte schlauer kaufen

Spannend ist in der Regel auch eine genauere Betrachtung der im Haushalt vorhandenen elektrischen Geräte. Hier lässt sich so manche "Energieschleuder" finden. Gefriertruhen mit dickem Eisbesatz, Kühlschränke aus den 90er Jahren im Keller oder Fernseher im Stand-By Betrieb sind noch in vielen Wohnungen vorhanden. Sie verursachen nicht nur eine viel zu hohe Stromrechnung, sondern gehören zu den "kleinen Klimakillern".

Fotolia_3637312_XS © Martin SaureKühlschränke und Waschmaschinen sind Anschaffungen für viele Jahre. Sie sollen vor allem eine gute Leistung erbringen und zuverlässig sein. Wer bei der Anschaffung genau guckt und auch den Strom- oder Wasserverbrauch berücksichtigt, kann nicht nur bei den Betriebskosten sparen, sondern auch etwas für den Klimaschutz tun. Eine Übersicht besonders sparsamer Haushaltsgeräte bietet die Energieagentur NRW.

Wenn Sie Fragen zu allen diesen Themen haben und in Ihrem Zuhause Energie sparen und so ganz nebenbei auch etwas für den Klimaschutz tun wollen, dann lassen Sie sich von Energieberatern der Verbraucherzentrale konkrete Tipps und Informationen für Ihr persönliches Lebensumfeld geben.

Ihre persönliche CO2-Bilanz

Mit knapp 11 Tonnen CO2 Ausstoß im Jahr liegen die Einwohner Deutschlands weit über dem weltweiten Durchschnitt von 3,8 Tonnen. Mit dem CO2 Rechner des Umweltbundesamtes können Sie Ihre persönliche CO2 Bilanz ermitteln und erhalten interessante Tipps zur Verbesserung ihrer persönlichen Klimabilanz.

Neu oder gebraucht?

Nicht nur der bewusste Umgang mit Energie in den eigenen vier Wänden ist ein aktiver Beitrag zum Klimaschutz. Auch bei der Herstellung von Haushaltswaren, Elektro- oder Spielgeräten und Gebrauchsgegenständen jeglicher Art wird Energie benötigt und somit Treibhausgase freigesetzt. Viele Dinge müssen nicht immer neu angeschafft werden und vorhanden Gegenstände, die nicht mehr gebraucht werden, sind oftmals für den Müll zu schade. Eine gute Gelegenheit umweltfreundlich und für wenig Geld neue Sachen zu beschaffen oder nicht mehr benötigte Dinge weiterzugeben bietet die Internet-Gebrauchtbörse im Kreis Pinneberg.

Um die Aufarbeitung gebrauchter Möbel und Computer kümmert sich das Sozialkaufhaus der AWO in Pinneberg.

Wegwerfen? Denkste! - Das Repair Cafe bietet Hilfe

Repair Cafés sind kostenlose Treffen, bei denen die Teilnehmer alleine oder gemeinsam mit Anderen kaputte Dinge reparieren. Ehrenamtliche Reparaturexperten helfen den Besuchern dabei, so viel wie möglich selbst an den mitgebrachten Gegenständen wieder in Ordnung zu bringen. Die Idee stammt aus den Niederlanden, wo es schon viele Repair Cafés gibt (http://repaircafe.org/de/).
In Elmshorn (http://www.kranhaus-elmshorn.de/projekte/repair-cafe/) und auch in Pinneberg (E-Mail Adresse: repaircafe@luther-pinneberg.de) finden regelmäßig Repair Cafes statt.

Der tägliche Einkauf entscheidet

Fotolia_842869_XS © Franz PflueglErdbeeren aus Griechenland, Weintrauben aus Chile und Rindfleisch aus Argentinien sind tägliche Angebote in den Supermärkten vor unserer Haustür. Apfel aus der Haseldorfer Marsch finden sich hingegen oftmals nur auf den Wochenmärkten oder in den Läden der Erzeugerhöfe. Rund um den Erdball beförderte Lebensmittel werden durch die beim Transport verursachten CO2-Emissionen zum Klima-Killer.

Doch selbst die scheinbar einfache und naheliegende Lösung, nur Ware aus heimischer Produktion zu kaufen ist unter dem Aspekt "Klimaschutz" nicht immer optimal. Kauft man einiges außerhalb der Saison, stammt es aus Treibhäusern, wo monatelang gegen die jahreszeitliche Witterung geheizt wurde.

Umweltfreundliche Mobilität

Ob wir mit dem Auto zum Job fahren, mit der Bahn in die nächste Stadt rasen oder mit dem Flieger in den Urlaub düsen - wir sind mobil und doch ist es offensichtlich: unserer Mobilität schädigt das Klima. Ausgehend vom "schädlichen" Kohlendioxid stellt sich die Frage, mit welchem Verkehrsmittel für eine Tonne CO2 die meisten Kilometer zurück gelegt werden können. Die Bilanz sieht so aus: mit dem Auto kann man 7.000 Kilometer, mit der Bahn 17.000 Kilometer und mit dem Flugzeug nur 3.000 Kilometer zurücklegen.

Insbesondere das Fliegen ist extrem umweltschädlich. Es hat nicht nur den höchsten CO2 Ausstoß, die beim Fliegen entstehenden Kondensstreifen sind klimawirksam- und das ist insbesondere bei Nachtflügen extrem. Denn nachts wird die Wärme von der Erde in den Weltraum abgestrahlt. Die Kondensstreifen halten allerdings einen großen Teil der Wärme zurück in der Atmosphäre. Diese lokal auftretenden Effekte erhöhen die Klimawirksamkeit des Fliegens stark.

Doch Klimaveränderung und Treibhauseffekt ändern offenbar nur wenig. Der Flieger ist in einer globalisierten Welt für viele ein unverzichtbares Verkehrsmittel. Besonders Kurzstreckenflüge sind der klimatechnische Supergau: Für die Strecke Düsseldorf-München kommt für eine Person bei Benutzung der Bahn ein CO2 Ausstoß von 30 Kilogramm zustande, für das Auto liegt der Wert bei 110 Kilogramm und das Fliegen verursacht 150 Kilogramm CO2 in der Luft.   

Wer aber dennoch nicht auf das Fliegen verzichten möchte und ein schlechtes Umweltgewissen hat, kann etwas dagegen tun. Bei Atmosfair kann jeder Reisende die Emission seines Fluges berechnen lassen und eine freiwillige Abgabe zahlen. Das Geld wird in Umweltprojekte investiert, die dann wieder einen Beitrag zur Reduzierung der Treibhausgase leisten.