Metropolregion Hamburg berät zum Umgang mit dem Klimawandel

Die Metropolregion Hamburg startet ein breit angelegtes Informations- und Beratungsangebot, um bei Verantwortlichen anzuregen, für nicht mehr vermeidbare Klimafolgen bessere Vorsorge zu treffen. Dies besteht aus einer Veranstaltungsreihe und einem Beratungsangebot.

Mit dem Projekt „Klimaanpassung leicht gemacht!“ regt die Metropolregion Hamburg konkrete Projekte an, mit denen Kommunen, Fachleute und Bürger den Auswirkungen der Klimaveränderungen aktiv begegnen. Eine dreiteilige Veranstaltungsreihe sensibilisiert Verantwortliche mit Vorträgen, Praxisbeispielen und Forschungsergebnissen aus dem Projekt KLIMZUG-Nord und will motivieren, in eigenen Projekten aktiv zu werden.

Oliver StolzBei der ersten Veranstaltung im Pinneberger Rathaus sagte Pinnebergs Landrat Oliver Stolz: „Der Klimawandel macht sich auch in der Metropolregion Hamburg bemerkbar. Darauf müssen wir reagieren, Anstrengungen zum Klimaschutz alleine reichen nicht aus. Die Anpassung unseres Lebens an den Klimawandel ist unumgänglich und verdient mehr Aufmerksamkeit bei Planungs-und Entscheidungsprozessen. Um diese Aufgabe anzugehen, brauchen wir neben der Forschung vor allem engagierte Entscheidungsträger aus Verwaltung und Politik, der Wirtschaft, von Vereinen und Verbänden und auch der Zivilgesellschaft, um Maßnahmen zu planen, Projekte zu initiieren und auch umzusetzen.“

Die erste Veranstaltung in Pinneberg konzentrierte sich in Beispielen auf drei Schwerpunkte, in denen der Klimawandel besondere Auswirkungen für die Metropolregion Hamburg erwarten lässt: Im Themenfeld „Stadt“ wurde in Modellgebieten beispielhaft erarbeitet, welche Anforderungen an die Stadt-und Raumplanung gestellt werden. Gebäude und Wohnhäuser, aber auch Straßen und Leitungssysteme müssen für eine steigende Gefahr von Überschwemmungen durch vermehrte Starkregenereignisse gerüstet werden.

Im Themenfeld „Bäume“ ging es darum, landwirtschaftliche Flächen wie das Baumschulland und Obstanbauflächen unter veränderten Klimabedingungen zu schützen, zu pflegen und als Lebens-, Wirtschafts- und Erholungsraum dauerhaft umweltgerecht zu entwickeln.

Das Themenfeld „Wasser“ widmet sich den Folgen des Klimawandels für den Raum der Tide-Elbe und bietet Strategien für den Küsten- und Hochwasserschutz, die Wasserwirtschaft und den Naturschutz. Geplant ist auch ein Projekt zum Regenwassermanagement an der Krückau in Elmshorn und dem Umland, wo bei Starkregen und gleichzeitiger Sturmflut mit zunehmenden Überschwemmungen gerechnet werden muss.

Mit einem zusätzlichen kostenfreien Beratungsangebot helfen Fachleute kompetent bei der Suche nach Fördermöglichkeiten zu Projektideen. Das Beratungsangebot soll all denjenigen, die den zukünftigen Kurs der Metropolregion Hamburg bestimmen, Möglichkeiten aufzeigen und Empfehlungen geben, wie es gelingen kann, die Region möglichst unempfindlich gegenüber den Folgen des Klimawandels zu gestalten. Es wendet sich gleichermaßen an Menschen in Politik und Verwaltung, in Kammern und Verbänden, in Umweltverbänden und Initiativen und an Bürgerinnen und Bürger.

Mit der individuellen Beratung ist das Technologietransferunternehmen TuTech Innovation beauftragt. Weitere Informationen dazu unter www.klimzug-nord.de.

 
Hintergrund:
Die Metropolregion Hamburg als Untersuchungsgebiet von KLIMZUG-NORD war eine von sieben deutschen Modellregionen, die das Bundesministerium für Bildung und Forschung im Forschungsprogramm „KLIMZUG - Klimawandel in Regionen zukunftsfähig gestalten“ gefördert hat. Diese Modellregionen lieferten insgesamt Beiträge zur Steigerung der Anpassungskompetenz in Deutschland.

KLIMZUG-NORD konnte unter Begleitung der Kommunen und mit einer Kofinanzierung durch die Freie und Hansestadt Hamburg und die Metropolregion Hamburg realisiert werden. Das fünf Jahre laufende Projekt hatte ein Volumen von ca. 19 Millionen Euro. Es wurde mit rund 15 Millionen Euro maßgeblich durch den Bund gefördert. Weitere 1,2 Millionen Euro wurden von der Stadt Hamburg sowie ca. 500.000 Euro durch die Förderfonds der Metropolregion Hamburg aufgebracht.

Mehr als 170 Personen haben an KLIMZUG-NORD mitgearbeitet. Es waren sechs Hochschulen, sechs Forschungsreinrichtungen, zehn Behörden und behördennahe Einrichtungen und zehn Unternehmen direkt beteiligt. Hinzu kamen zahlreiche weitere Partner. Unterstützt wurde das Projekt von allen acht niedersächsischen Landkreisen und sechs schleswig-holsteinischen Kreisen der Metropolregion.

 
Pressemiiteilung der Metropolregion Hamburg vom 27.01.2016