Schulen setzen auf Nachhaltigkeit - Immer mehr wollen „Fairtrade-School“ werden

„Ich fand den Austausch und die Anregungen cool“, so eine Oberstufenschülerin von der Schule am Burgfeld aus Bad Segeberg, die am „Fairtrade-Schools-Fachtag“ teilnahm,1 der im Haus des Kreises Pinneberg in Elmshorn stattfand. Eine Lehrerin vom Regionalen Berufsbildungszentrum Neumünster fühlte sich „ermutigt, Vorhaben zum Fairen Handel zu realisieren“. Und Schülerinnen der Gemeinschaftsschule Meldorf wollten wissen, wie man einen Schüler-Weltladen aufmachen kann.

Ausgerichtet wurde die Veranstaltung vom Verein TransFair in Köln, der in Deutschland für die Vergabe des „Fairtrade“-Siegels zuständig ist und zudem die Kampagnen „Fairtrade-Towns“ und „Fairtrade-Schools“ ins Leben gerufen hat. Als Kooperationspartner waren das Bündnis Eine Welt Schleswig-Holstein (BEI), der Weltladen TOP 21 Elmshorn und die Leitstelle Klimaschutz des Kreises Pinneberg beteiligt. Insgesamt waren 13 Schulen aus ganz Schleswig-Holstein vertreten, mit insgesamt 52 Schülern und Lehrkräften. Aus Elmshorn waren die Elsa-Brändström-Schule und die Erich-Kästner-Gemeinschaftsschule vertreten, aus Pinneberg die Berufliche Schule und die Johann-Comenius-Schule.

Albert Röhl (Weltladen TOP 21 e.V., Elmshorn) und Maike Schliebs (TransFair e.V., Köln)Sehr erfreut zeigte sich Maike Schlichs, die bei TransFair die „Fairtrade-Schools“-Kampagne betreut, über den Verlauf der Tagung: „Es ist toll, was hier an Engagement und Kreativität zum Ausdruck kam. An Schulen wird über den Schulhof hinaus gedacht und gehandelt.“ Anja Vratny vom Kreis Pinneberg betonte die Bedeutung der „Bildung für nachhaltige Entwicklung“.

Dafür wurden beeindruckende Beispiele auf dem Fachtag präsentiert. So vom Schüler-Weltladen „choco travel“ der Gemeinschaftsschule in Glinde, deren Team samt Lehrerin Martina Schlüsener über vielfältige Aktionen und die intensive Partnerschaftsarbeit mit einer Schule in Tansania berichtete. Das Fairtrade-Team vom Gymnasium Harksheide - 2014 als erste „Fairtrade-School“ in Schleswig-Holstein ausgezeichnet - mit Lehrerin Garen Westermann hatte besonderen Grund zur Freude: Auf Grund ihrer erfolgreichen Wiederbewerbung überreichte ihnen Maike Schliebs die Urkunde zur Titelemeuerung.

Immer mehr Schulen möchten „Fairtrade-School“ werden. Dafür müssen fünf Kriterien erfüllt werden. So ist ein Schulteam zu bilden, es ist ein „Kompass“, eine Art Leitfaden, zu verfassen und es müssen mindestens zwei verschiedene fair gehandelte Produkte an der Schule verfügbar sein. Zudem ist das Thema im Unterricht zu behandeln und einmal jährlich sollte eine Aktion umgesetzt werden. Interessierten Schulen in Schleswig-Holstein bietet Albert Röhl vom Weltladen TOP 21, „Fairtrade-School“-Ansprechpartner für Schleswig-Holstein, Beratung und Unterstützung an.

Für Rückfragen: Albert Röhl, Ansprechpartner „Fairtrade-School“-Kampagne in SH 04121/ 89 89 762 (Weltladen TOP 21)

Der Fachtag fand am 24. November 2016 ganztägig im Kreishaus in Elmshorn statt.