Artikel: Anpassung an den Klimawandel
Auch wenn wir unsere CO2 Emissionen radikal reduzieren, können wir die Folgen des Klimawandels lediglich abmildern, aber nicht mehr aufhalten. In Norddeutschland werden wir mit weiter steigenden Temperaturen, veränderten Niederschlagsverhältnissen und einer Zunahme von Extremwetterereignissen leben müssen. Die Auswirkungen dieser Klimaveränderungen stellen neue Herausforderungen an verschiedenen Handlungsfelder in Kommunen und auch bei jedem Einzelnen.
Hochwasser, Starkregen, steigender Meeresspiegel aber auch Trockenperioden und Wassermangel sind nur einige Folgen des Klimawandels, die auch den Kreis Pinneberg treffen.
In diesem Jahr zeigen sich erste Auswirkungen besonders: ein sehr trockenes Frühjahr und zahlreiche, starke Regenfälle in den Sommermonaten. Aber wie genau sieht die weitere Entwicklung aus und welche Rahmenbedingungen ändern sich zukünftig für die kommunale und regionale Planung? Und wie sollte diese Entwicklung in den Planungen der Städte und Gemeinden des Kreises Eingang finden?
Über 100 Teilnehmer, vertreten waren Bürgermeister/innen, Kommunalpolitiker/innen, Behörden (insbesondere aus den Bereichen Planen, Bauen und Entwässerung), Naturschutzverbände, Wasser- und Bodenverbände sowie Planungsbüros, folgten der Einladung zu einer Informations- und Diskussionsveranstaltung, die der Kreis Pinneberg gemeinsam mit der HafenCity Universität Hamburg ausgerichtet hat.
Bei der Begrüßung wies Landrat Oliver Stolz darauf hin, dass mit dieser Veranstaltung die eingeladenen Teilnehmer für das Thema sensibilisiert werden sollen. „Wir wollen erreichen, dass sich die verantwortlichen Entscheidungsträger in ihren jeweiligen Aufgabenbereichen des Themas annehmen, die Auswirkungen des Klimawandels bei der Diskussion und Arbeit in ihrem Wirkungsbereich im Hinterkopf haben und bei zukünftigen Planungen und Maßnahmen berücksichtigen“ so erläuterte Stolz.
Jörg Knieling, Professor von der HafenCity Universität Hamburg, hob in seinen Grußworten hervor, dass die Folgen des Klimawandels nur zu bewältigen sind, wenn Städte und Gemeinden über ihre Grenzen hinaus zusammenarbeiten.
Frau Dr. Insa Meinke vom Norddeutschen Klimabüro - Helmholtz-Zentrum Geesthacht berichtete über die neuesten regionalen Prognosen zum bevorstehenden Klimawandel und hat dadurch sehr deutlich gemacht, dass stärkere Anstrengungen im Klimaschutz erforderlich sind, aber gleichzeitig auch geeignete Maßnahmen zur Klimaanpassung getroffen werden müssen.
Welche Auswirkungen und Anpassungsstrategien im Küsten- und Binnenhochwasserschutz vom Land Schleswig Holstein gesehen werden, wurde von Volker Petersen vom Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Ländliche Räume dargestellt. Im Vortrag wurden die vom Land Schleswig Holstein gemeinsam mit anderen Institutionen bereits erstellten oder in der Diskussion befindlichen Anpassungsstrategien in den Themenbereichen Küstenschutz und Binnenhochwasserschutz sowie Entwässerung ausführlich erläutert.
Thomas Beiersdorf von der Stadtentwässerung Elmshorn machte deutlich, welche technischen Anforderungen an die Überflutungssicherheit einer städtischen Kanalisation durch die Auswirkungen des Klimawandels gestellt werden.
Im Anschluss an diese fachlichen Impulse stellten Sonja Schlipf und Thomas Zimmermann von der HafenCity Universität Hamburg die Zwischenergebnisse der Machbarkeitsstudie zu regionalplanerischen Festlegungsmöglichkeiten im Kreis Pinneberg vor.
Die Studie wird im Rahmen des Interreg Projektes BaltCICA durchgeführt, das sich mit den Folgen, den Kosten und der Anpassung an den Klimawandel in der Ostseeregion befasst. Die Studie der HCU macht die Bedeutung und Entwicklung der Freiräume unter den Gesichtspunkten des vorsorgenden Hochwasserschutzes in der Geest, der Risikovorsorge gegenüber Sturmfluten hinter den Deichen in der Marsch und zudem der Freihaltung der Frischluftschneisen für Hamburg und sein Umland deutlich.
Im zweiten Teil der Veranstaltung waren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aufgefordert, an drei Thementischen mitzuwirken und die konkreten Ideen für den Umgang mit den Klimaveränderungen in der Regionalplanung im und für den Kreis Pinneberg zu erörtern. Aufgerufen wurden die Themenschwerpunkte Siedlungsklima und Freiraumentwicklung, Küstenschutz und Binnenhochwasserschutz, unter denen dann angeregt über die notwendigen Änderungen in den Planungsinstrumenten diskutiert wurde.
Hier finden Sie das
und Ergebnisse und Eindrücke in der


Download der Vorträge:
Dr. Insa Meinke - Klimwandel in der Region
Volker Petersen -
Küsten- und Binnenhochwasserschutz
Thomas Beiersdorf - Generalentwässerungsplan Stadt Elmshorn
Sonja Schlipf, Thomas Zimmermann - Machbarkeitsstudie